Vermieter darf auch bei Mietnomaden nicht das Wasser abstellen

Ein Vermieter aus Crailsheim kündigte das Mietverhältnis mit einer vierköpfigen Familie wegen Eigenbedarf. Die Mieter weigerten sich jedoch aus der Wohnung auszuziehen und stellten die Mietzahlungen ein. Der Vermieter kündigte daraufhin das Mietverhältnis fristlos, bot den Mietern zur schnellen Räumung aber gleichzeitig einen Betrag von 1.500,00 € sowie die Übernahme der Umzugskosten an. Trotzdem weigerten sich die Mieter, die Wohnung zu räumen. Um den Druck auf die Familie zu erhöhen, stellte der Vermieter sodann die Strom- und Wasserversorgung ab.

Das Amtsgericht Crailsheim verurteilte ihn hierfür zu einer Geldstrafe von 4.500,00 € wegen Nötigung.

Praxistipp: Vermietern ist es nicht gestattet, durch Selbstjustiz die Mieter zum Auszug zu drängen. Vielmehr machen sich Vermieter dadurch selbst strafbar. Es bleibt Vermietern keine andere Möglichkeit, als die Mieter auf Räumung zu verklagen.